Sparte Fußball setzt sich gegen die Platzschließungen ein

Der neue Sportentwicklungsplan des Bottroper Sport- und Bäderbetriebes schlägt hohe Wellen. Die vorgeschlagenen Schließungen der Sportanlagen sorgen für Unmut bei den Bottroper Fußballern. Auch Uwe Dahl, Vorsitzender der Sparte Fußball, hat sich eingeschaltet und setzt sich für die Verein ein.

Vergangene Woche wurde der aktualisierte Sportentwicklungsplan des Bottroper Sport- und Bäderbetriebes präsentiert. In diesem schlägt der Sport- und Bäderbetrieb um Jürgen Heidtmann die Schließung von drei Sportanlagen vor. Die Bezirkssportanlage in Ebel und die Ascheplätze an der Paßstraße und in Feldhausen. Bereits am 27. Oktober soll darüber im Sportausschuss entschieden werden. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum 14 Tage nach Veröffentlichung schon darüber entschieden werden muss. Die Vereine und Mitglieder sollten nicht in den Ferien, während der Urlaubszeit vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, ärgert sich der Spartenvorsitzende Uwe Dahl über den Zeitpunkt.

Uwe Dahl fungiert als Sprachrohr der Vereine.

Soziale Funktion kann nicht durch Individualsport ersetzt werden

Doch nicht nur der Zeitpunkt erscheint ungünstig, auch die Kommunikation mit den Vereinen blieb auf der Streck. „Es wäre nötig gewesen sich mit den Vereinen zusammenzusetzen und das Konzept vorzustellen“, erklärt Dahl. Beispielsweise bietet sich dafür eine Spartensitzung an, die eine Pflichtveranstaltung für alle Vereine ist.

Der Sport- und Bäderbetrieb begründet die Schließungen mit der aktuellen Platzbelegung und dem vermeintlichen Wandel bei den Sporttreibenden, bei denen der Individualsport im Fokus stehen würde. „Generell ist davon auszugehen, dass die Mitgliederzahlen im Fußball weiter rückläufig sein werden und sich der Fußballsport in der Zukunft aufzunehmend weniger Sportplätze konzentrieren wird“, heißt es bei der Vorstellung des Sportentwicklungsplan.

Dahl sieht die Entwicklung anders: „Die Vereine berichten, dass die Vereinsheime nach wie vor Treffpunkte für Mitglieder und Nachbarn sind. Außerdem haben die Vereine eine soziale Funktion und holen die Jugendlichen von der Straße, in dem sie ihnen ein geordnetes Vereinsleben ermöglichen. Das bietet der Individualsport nicht.“

Umsiedlungen könnten Vereine zerstören

Die betroffenen Vereine sollen nach der Schließung der Anlagen umgesiedelt werden. So soll Polonia Ebel nach Batenbrock ausweichen, der TSV Feldhausen nach Kirchhellen oder Grafenwald und die SF 08/21 auf die Platzanlagen in den Weywiesen. Doch solche eine Umsiedlung kann für die Vereine das Aus bedeuten. „Es ist kaum zu erwarten, dass beispielsweise die Ebeler Anhänger nach Batenbrock wechseln um dort den Spielen ihres Vereins beizuwohnen“, beschreibt Dahl. Außerdem sei Kindern und Jugendlichen nicht zumutbar mit dem Rad von Feldhausen nach Grafenwald oder Kirchhellen zu Ihrem Fußballverein zu fahren.

Nach der Schließung der Anlagen soll die Platzanlagen in den Weywiesen von einem kompletten Umbau profitieren. Unteranderem soll ein Kunstrasenplatz entstehen. Diesen Vorschlag begrüßt Uwe Dahl. Befürchtet allerdings für die Zukunft einen Platzmangel. „Die Erfahrung zeigt, dass auf Kunstrasenplätzen auch schnell Jugendmannschaften gegründet werden, sodass auf Dauer der Platz auch zu klein sein wird. Vergleichbar mit der Enge beim SV Fortuna, dem SV Rhenania, BW Fuhlenbrock und in Welheim.“

Die Vereine sorgen sich um Ihr Bestehen. Der TSV Feldhausen und Polonia Ebel haben Petitionen ins Leben gerufen für den Erhalt der Platzanlagen. Uwe Dahl schlägt dem Sport- und Bäderbetrieb vor die Entscheidung zu verschieben und bei der nächsten Spartensitzung den Dialog mit den Vereinen zu suchen. „Anschließend bleibt noch genug Zeit um im Ausschuss darüber zu entscheiden“, so Dahl abschließend.

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